Ver.di, BLG und Co sind dabei den DC- Bereich des GHB abzuwickeln

Der GHB soll durch eine Anzahl wechselnder Leiharbeitsbuden ersetzt werden, die einen flexibel einsetzbaren Arbeiterpool bilden. Geplant ist, die Kollegen, die schon an die Leiharbeitsbuden weitergereicht wurden und die 450 Kollegen des GHB im DC, die folgen sollen, zu noch mieseren Arbeitsbedingungen und Löhnen beschäftigen zu können. Die Kosten für Ausbildung, Qualifizierung und Garantielohn, die bislang die einsetzenden Betriebe zu tragen hatten, sollen aus staatlicher Finanzierung kommen, den Sozialkassen aufgedrückt, bzw. eingespart werden. Ver.di versucht, genau wie 2009, alles ohne größere Unruhen und ohne Schaden für die ver.di über die Bühne zu bringen. Das gelingt ihnen hoffentlich nicht!

Mit Flexibilität hat das nichts zu tun.

Die Entscheidung der BLG u2877205_lnd der Hafeneinzelunternehmen sich vom GHB im DC Bereich zu trennen, ist schon vor längerer Zeit gefallen. Nur war die Umsetzung nicht ganz so einfach und brauchte Zeit. Es mussten neue „Dienstleistungs-Partner“ her, die mindestens genau so flexibel wie der GHB und am besten noch weitaus günstiger sind. Das hat die BLG in die Hand genommen. Auf kurzem Weg hat man dann die Zusammenarbeit mit dutzenden Zeitarbeitsfirmen aufgenommen. Darunter sehr dubiose Firmen. Da man bei der BLG und den anderen Hafeneinzelunternehmen nicht auf die Qualifikation und langjährige Erfahrung der GHB-Arbeiter verzichten konnte, hat man schon 2010 damit angefangen, Arbeiter die sich im Betrieb bewährt haben, vom GHB weg an Zeitarbeitsfirmen zu vermitteln. In der Regel war es so, dass Kollegen auf zwei Jahre befristet beim GHB gearbeitet haben, nicht übernommen wurden und an den nächsten Dienstleister weiter gereicht wurden. So hat man den Mitarbeiter-Pool beim GHB in den letzten Jahren permanent verkleinert. Gleichzeitig haben sie sich einen neuen großen Pool geschaffen, für den man anders als beim GHB keine Verantwortung trägt. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Dienstleistung, Gewerkschaft, Hafen / Logistik, Leiharbeit | Hinterlasse einen Kommentar

Aussagen der GdA Betriebsgruppe Bremen

Wir können hinter vielen Aussagen, die auf den GdA Seiten gemacht werden, nicht stehen.

gda_logo_header

 

 

 

Die Arbeitsbedingungen und Löhne haben sich für die allermeisten von uns in den vergangenen Jahren verschlechtert. Das liegt nicht nur an den „Arbeitsmarktreformen“, die genau dafür geschaffen worden sind. Und nicht nur an schlechten (oder auf der anderen Seite stehenden) Gewerkschaften. Sondern gerade auch daran, dass die Firmen mit jedem Schritt, den sie gehen konnten, uns vertraglich vereinzelt und gespalten und die Löhne und Arbeitsbedingungen immer weiter unterschichtet haben. Das besonders Beschissene ist, dass wir teilweise angefangen haben zu glauben tatsächlich als Einzelner da zustehen. Was extrem schräg ist, denn die gemeinsame Macht den Hammer fallen zu lassen ist gerade in der Logistik nicht kleiner, sondern größer geworden. Es reichen wenige Stunden, um zum Beispiel bei Mercedes über die Logistik-Zulieferkette die Bänder still stehen zu lassen.

Ohne die Idee zusammen mit den Arbeitskollegen Macht zu haben, bleibt den Einzelnen nur die ganz individuelle Hoffnung und Angst: Nicht dort zu landen, wo die neuen Kollegen über Leiharbeit und Werkverträge schon gelandet sind (und dafür all die schleichenden Verschlechterungen zu akzeptieren). Oder die selbst nicht wirklich geglaubte Hoffnung auf Übernahme oder dass es bei der nächsten Firma oder beim nächsten Sklavenhändler ein Stück besser ist. Wenn die Arbeitsbedingungen zu unerträglich werden,bleibt der Ausweg der Krankschreibung. Und wenn das nicht mehr klappt, zu gehen. Meist zur nächsten Drecksbude.

Als die Internetseite der DHL Betriebsgruppe online gegangen ist, hat uns das gefreut. Wir dachten, das Projekt könnte dazu beitragen, die Diskussion und den Austausch unter den Kollegen bei DHL anzuschubsen. Das hat am Anfang auch geklappt. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Dienstleistung, Hafen / Logistik, Leiharbeit | Hinterlasse einen Kommentar

Solidarität mit festgenommenen KollegInnen in China – Aktion in der Bremer Innenstadt

BmF ChinaKurz vor Weihnachten verteilten wir, einige betrieblich aktive Bremer KollegInnen Flugblätter in der Bremer Innenstadt und machten mit einem Transparent auf die Situation von ArbeiteraktivistInnen in China aufmerksam, die momentan massiv von staatlichen Repressionen betroffen sind. In China sind die offiziellen Gewerkschaften Teil des staatlichen Apparats und stehen in der Regel auf Seiten der Arbeitgeber, woraus auch viele europäische, insbesondere deutsche Unternehmen großen Nutzen ziehen. Es formierten sich in den letzten Jahren jedoch immer mehr unabhängige ArbeiterInnenproteste in chinesischen Fabriken bis hin zu großen Streikwellen. Auf Strukturen, die solche Formen von Widerstand unterstützen reagierte der chinesische Staat nun mit einer Verhaftungswelle:

Repression gegen ArbeiteraktivistInnen in China

Oft wird über China berichtet, doch man erfährt wenig, wie sich das Leben für einfachen Menschen dort entwickelt. Sie sind unzufrieden damit, daß der Wirtschaftsboom, der ohne ihre harte Arbeit nicht denkbar wäre, bei ihnen nicht ankommt. Es kommt zu einer wachsenden Zahl an Konflikten in Betrieben und die Streikzahlen steigen rapide an. Die Regierung reagiert gereizt und antwortet mit Repression:

Anfang Dezember stürmte die Polizei in Guangzhou und Foshan, zwei Städte im Perlflussdelta, die Workers Center, die sich für die Stärkung von Arbeitnehmerrechten einsetzen. Heute jedoch sehen Behörden selbst in “Rechtsschutz” potentiellen Aufruhr. Dies schließt sowohl die Handlungen zur Vertretung von Arbeiternehmerinteressen von Einzelpersonen, als auch von Gruppen ein, und zwar sowohl auf dem Rechtsweg als auch in legalen, direkten Aktionen. In diesem Fall scheint es um direkte Aktionen von Gruppen zu gehen, da die vier betroffenen Organisationen in China die einzigen ihrer Art sind, die kollektive Lohn- und Arbeitskämpfe direkt unterstützen. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Gewerkschaft | Hinterlasse einen Kommentar

Filmreihe: Still the Enemy Within – 30 Jahre britischer Minenarbeiterstreik

plakat-stilltheenemywithin_webVom 24. September bis Ende Oktober veranstalten wir zusammen mit der FAU Bremen die Filmreihe “ Still the Enemy Within – 30 Jahre britischer Minenarbeiterstreik*“ im „Grünen Zweig“ in der Bremer Neustadt. Die Filmreihe gibt mit der Komödie „Pride“ und dem Dokumentarfilm „Still the Enemy Within“ einen Eindruck von einem der härtesten und längsten Streiks der britischen Geschichte. Mit dem Dokumentarfilm „Miners Shot Down“ über den Minenarbeiterstreik in Südafrika von 2012 soll die Thematik der Unterdrückung von ArbeiterInnenrechten schließlich in die Gegenwart getragen werden.

* Margaret Thatcher bezeichnete die Bergarbeiter im Laufe des Streiks als den Feind im Innern (The Enemy Within)

Filmreihe: Still the Enemy Within – 30 Jahre britischer Minenarbeiterstreik
  • Do., 24.09. – 19.00 Uhr – Pride* (Komödie, 2014, 120 Minuten, Trailer) + Auftaktvortrag eines Mitglieds der Gruppe „Bremen macht Feierabend, der in einem Kieler Solidaritätskomitee für den Streik aktiv war.
  • Termin folgt – Still the Enemy Within* (Dokumentation, 2014, 112 Minuten, OmU, Trailer)
  • Termin folgt – Miners Shot Down* (Dokumentation, 2014, 52 Minuten, Engl., Trailer 18+)

Ort: Grüner Zweig | Erlenstraße 31 | Openstreetmap | Erreichbar über die Haltestelle „Pappelstraße“ Weiterlesen

Veröffentlicht unter Veranstaltungen | Hinterlasse einen Kommentar

Daimler und wir – “wie können wir für uns selber laufen?”

Moderne ZeitenEin Kollege der Daimler AG über den Kampf gegen Leiharbeit und Werkverträge
Jochen Gester im Gespräch (Sozialistische Zeitung, Ausgabe Juli 2015)

Bei Daimler in Bremen gibt es eine heftige Auseinandersetzung, in der sich Teile der Belegschaft gegen Outsourcing und Prekarisierung der Arbeitsbedingungen zur Wehr setzen (siehe SoZ 2/2015). Über die aktuelle Situation nach den spontanen Streiks und den darauf folgenden Abmahnungen sprach Jochen Gester mit dem Bremer Daimler-Kollegen Kai Lührsen*.

Das Interview besteht aus zwei Teilen. Im zweiten Teil geht es um die Arbeit des Portals von Labour-Aktivisten «Bremen macht Feierabend», um die Frage, ob Interessenvertretung und Gewerkschaften unverzichtbar sind, und um die Frage, ob junge Linke für eine andere Praxis im Betrieb stehen als die Älteren. Das vollständige Interview gibt es auf SoZ-online.

Seit Ende des letzten Jahres ist der Bremer Standort des Daimler-Konzerns, zweitgrößter im Unternehmen, Schauplatz eines außergewöhnlichen Arbeitskampfes. Ein Teil der Belegschaft hat mit sog. wilden Streiks gegen die Umwandlung von geschützten Beschäftigungsverhältnissen in Werkverträge protestiert. Kannst du als Daimler-Kollege nochmal verständlich machen, wie es zu den Streikaktionen gekommen ist?

Um eine Sache vorweg zu nehmen: einen länger andauernder Arbeitskampf gegen die Machenschaften des Daimler-Konzerns gab es und gibt es im Moment leider nicht. Es gab von Sommer 2014 an eine Reihe von Aktionen, Versammlungen auf dem Werksgelände und Demonstrationen, mit denen die Belegschaft sich klar gegen Fremdvergabe und immer höhere Arbeitsbelastung positioniert hat. Da war schon viel Druck dahinter, weshalb die ersten Aktionen auch noch von der Vertrauenskörperleitung (VKL) teils geduldet, teils mitorganisiert wurden und somit zumindest offiziell, dem Logo nach, von der IG Metall unterstützt wurden. Zwar bekamen bereits im November 75 Logistiker, die beim Betriebsrat gegen Fremdvergabe protestierten, eine Abmahnung, aber die wurden nach der Solidarität von ein paar hundert anderen Vertrauensleuten wieder fallengelassen.
Die Protestaktion der Nachtschicht im Dezember 2014 wurde vor allem von Unternehmerseite, aber auch von der IG Metall als «wild» diffamiert, weil hier die Unterstützung der IG Metall im Gegensatz zur Aktion der Frühschicht am gleichen Tag gänzlich fehlte. Die VKL-Vorsitzenden und viele Betriebsräte beteiligten sich nicht einmal, sondern waren nur durch den Druck und durch Anrufe aus den Hallen «zufällig» in der Nähe – Solidarität sieht anders aus. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Daimler | Hinterlasse einen Kommentar

Ver.di mit Gefälligkeitsdienst für die HEB´s

Der Folgetarifvertrag für die Seehafenlogistik Distribution und Containerpackstation ist da. Und sie haben es wieder getan: Der Tarifvertrag ist ein riesiger Gefälligkeitsdienst für die Unternehmen wie die BLG Logistics! Der GHB- Folgetarifvertrag von 2009 war offensichtlich nur der Testballon, für das, was sie jetzt durchdrücken wollen.

Was ändert sich mit de100_0494m neuen Tarifvertrag? Zu einen sinken die Löhne und zum anderen werden die Arbeiter/innen in andere Lohngruppen eingruppiert – sprich runtergruppiert! Wurde man in der Vergangenheit nach Funktionen wie z.B. Packer, Staplerfahrer, Vorarbeiter usw. eingruppiert, wird die Eingruppierung zukünftig nach der „Tätigkeit“ erfolgen. Jede Tätigkeit und jeder Arbeitsplatz wird nach einem Punktesystem bewertet. Ausschlaggebend wird sein, wie lange man nach ihrer Definitionen durchschnittlich braucht, um die Tätigkeit zu erlernen und welche Ausbildung dafür nötig ist. So kann es passieren, dass ein Staplerfahrer in der neuen Lohngruppe 1 eingruppiert wird. Die Lohngruppe 7 ist kaum zu erreichen und fast alle Arbeiter werden sich in den beiden unteren Lohngruppen wiederfinden. Den gesamten Eingruppierungs- und Entgeldtarifvertrag könnt ihr unter einsehen und herunterladen. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Dienstleistung, Gewerkschaft, Hafen / Logistik | 2 Kommentare