Der Weg zum Streik bei Amazon

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Ohne uns geht nichts

Die Logistikbranche boomt und neue Arbeiter*innen werden in allen Bereichen dringend gesucht. Was sich aber doch nicht ändert, sind die Arbeitsbedingungen und die niedrigen Löhne. Eher im Gegenteil, die Arbeitsbelastung wird immer größer, immer mehr Überstunden müssen geleistet werden. Gesundheitsschutz ist zu einem Fremdwort geworden. Die meisten Kollegen*innen kennen das, 5 Tage in der Woche arbeiten, meistens zusätzlich Samstags raus und wenn es dann noch blöd läuft, geht es Sonntags schon wieder in die Nachtschicht. Die Löhne sind unterstes Niveau. Cliquenwirtschaft ist an der Tagesordnung und wer sich nicht anpasst oder das Tempo nicht mehr halten kann, wird richtig verheizt und kann danach gehen.

Bei vielen Unternehmen ist es in Mode gekommen, Arbeiter*innen erst mal über Leiharbeitsunternehmen in die Betriebe zu holen. Nach 9, bzw. 15 Monaten, werden die Arbeiter*innen wieder durchgetauscht. Das Equal Pay, also Leiharbeiter*innen den gleichen Stundenlohn wie den Festangestellten zu zahlen, soll so verhindert werden. Was sich nach der Änderung in der Arbeitnehmerüberlassung im April 2016 geändert hat, ist dass mehr Arbeiter*innen befristet in den Logistikunternehmen eingestellt werden. Dadurch verbessern sich die Bedingungen für die Arbeiter*innen keineswegs. Ob man nach zwei Jahren Befristung fest eingestellt wird, steht in den Sternen. Schlimmer ist es noch, wenn man bereits über 52 Jahre alt ist. Dann kann man nämlich bis zu fünf Jahre sachgrundlos befristet werden. Weiterlesen

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Arbeiter*innen im Kampf gegen Amazon

Wir laden zur Veranstaltung mit rebellischen Amazonbeschäftigten ein.

Am Samstag den 10.03.2018 sind Arbeiter*innen aus Bad Hersfeld, Brieselang und Poznan zu Besuch in Bremen. Sie berichten von Ihren Arbeitskämpfen und Erfahrungen.

Die Veranstaltung findet in den Räumen von Solidarisch in Gröpelingen in der  Liegnitzstr.12, 28237 Bremen, statt. Beginn ist 18:30 Uhr.

Arbeiter*innen im Kampf gegen Amazon

Bei Amazon hat sich die wohl eigenwilligste Streikbewegung der letzten Jahre entwickelt. Hier geht es nicht darum, Angriffe auf die Arbeitsbedingungen zurückzuschlagen oder Arbeitsplätze gegen eine drohende Massenentlassung zu verteidigen. Bei Amazon wollen die Arbeiter mehr. Sie wollen ein größeres Stück vom Kuchen, sie wollen den krankmachenden Arbeitsdruck abschaffen, kämpfen um ihre Würde und wollen Zugeständnisse nicht als Almosen sondern in Form eines Tarifvertrags. Sie haben sich einen besonderen Gegner ausgesucht. Amazon Chef Jeff Bezos ist der reichste Mensch der Welt und zur Unternehmensstrategie des US Konzerns gehört es, das Unternehmen gewerkschaftsfrei zu halten. Die Auseinandersetzung ging aus von einer sehr überschaubaren Gruppe von Amazonbeschäftigten, die sich von dieser Situation herausgefordert fühlten und sich daran machten, Kollegen für einen Kampf gegen Goliath zu gewinnen. Sie nutzten dazu die Strukturen und Möglichkeiten der Gewerkschaft Verdi und auch das deutsche Streikrecht, das Streiks nur in einer Tarifauseinandersetzung zuläßt. Doch indem der kämpferische Teil der Amazonbeschäftigten den Abschluß eines Tarifvertrags fordert, den der Konzern beharrlich verweigert, befindet man sich in der komfortablen Situation, seit Mai 2013 in einer Tarifauseinandersetzung zu sein und jederzeit streiken zu können.

Die Streikbewegung versteht sich als Basisinitiative. Sie geht von den Beschäftigten aus. Aktivisten reisten zu anderen Standorten, um dort neue Mitstreiter für den Kampf zu gewinnen. Mit jeder Arbeitsniederlegung wächst die Zahl der Teilnehmer.

In polnischen Poznan wollten Amazonbeschäftigte mehr von den Arbeitskämpfen ihrer Kollegen in Deutschland erfahren und suchten den direkten Kontakt. Sie gründeten die Basisgewerkschaft IP (Arbeiterinitiative) und diese neue Gewerkschaft hatte für die Kollegen eine so große Attraktivität, daß sich in ihr mehr Amazonarbeiter*innen organisierten, als in der Solidarnosc. Neuerdings haben sich in dieser Gewerkschaft auch VW Arbeiter*innen organisiert, die von der Solidarnosc enttäuscht sind. Die IP hat darüber hinaus Beschäftigte anderer Branchen organisiert und engagiert sich auch in der Stadtteilarbeit.

Es gibt einen regelmäßigen Austausch zwischen den polnischen und deutschen Aktivisten, doch gegen den global operierenden Konzern hat man Kollegenkontakte in weitere Länder aufgebaut mit dem Ziel, auch grenzüberschreitend zu kämpfen.

Amazonaktivisten aus Bad Hersfeld, Brieselang und Poznan berichten von ihren Erfahrungen.

Bremen macht Feierabend.

 

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Erfahrungen mit Sklavenhändlern

Hier ein sehenswerter Bericht eines Arbeiters, der über seine Erfahrung  als Leiharbeiter und wie er dort hin kam berichtet. Was bedeutet Leiharbeit für die Menschen die damit ihren Lebensunterhalt verdienen müssen und wie ziehen die Leiharbeitsunternehmen die Kollegen/innen über den Tisch. Schaut selbst mal rein.

 

 

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In Erfüllung seiner Aufgaben…

Thomas Warner hat als Verdi-Vertreter erfolgreich dafür gesorgt, den Deckel auf Proteste und Widerstand zu halten und damit die DHL Home Delivery widerstandslos und sehr lautlos abzuwickeln. Das hat ihn für den Posten des Verdi Landesfachbereichsleiter Postdienste, Spedition und Logistik für Niedersachsen und Bremen qualifiziert. Wir gratulieren. Weitere Gratulation nimmt Thomas Warner gerne unter 0421-3301150 entgegen.

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Es bedarf neuer Wege

Hier ist ein spannender Artikel eines in Bremen lebenden Arbeiter.

Die Arbeitswelt hat sich in den vergangenen 25 Jahren extrem verändert, durch die Aufweichungen des AÜG (Arbeitnehmerüberlassungsgesetz) hatten die Unternehmen die Möglichkeit, immer mehr feste Arbeitsplätze in prekäre zu verwandeln. Das Ergebnis ist, dass die Zahl der Leiharbeiter von Jahr zu Jahr steigt, für die Betroffenen gibt es keinen wirklichen Kündigungsschutz und sie werden schlechter bezahlt als die Stammbelegschaft.

Ich habe in den letzten 6 Jahren in 6 verschiedenen Unternehmen gearbeitet und habe mich mit den Gegebenheiten in den Unternehmen auseinander gesetzt. In allen Unternehmen habe ich die gleichen Erfahrungen gemacht. Die Belegschaft setzte sich immer aus der Stammbelegschaft und Leiharbeitern zusammen und alle Kollegen, ob Stammbelegschaft oder Leiharbeiter, stehen irgendwie in Konkurrenz zueinander. Jeder hat die Hoffnung mit seinem “richtigen Verhalten“ etwas besser gestellt zu werden. Wer sich beschwert wird sofort zur Ordnung gerufen. In jeden Betrieb habe ich die selbe Unzufriedenheit der Kollegen erlebt. Zu wenig Lohn, ständige Mehrarbeit, hohe Arbeitsbelastung und keine Anerkennung für geleistete Arbeiten. In jeden Betrieb werden die Bedingungen für die Kollegen schlechter und keiner hat die Hoffnung, dass es besser wird. Weiterlesen

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