Mit Sanktionen in die Leiharbeit

Seit Monaten ist eine deutliche Zunahme der von den Jobcentern ausgesprochenen Sanktionen zu verzeichnen. Vor allem der Abbruch oder die Verweigerung von Leiharbeit und Niedriglohnarbeitsverhältnissen wird mit drastischen Kürzungen geahndet. Ein aktuelles Beispiel verdeutlicht den menschenverachtenden Charakter der Sanktionspraxis:

Ein Familienvater mit drei Kindern wurde vom Jobcenter verpflichtet sich bei zwei Zeitarbeitsfirmen vorzustellen, die eine Aushilfstätigkeit angeboten haben. Diese Tätigkeit wurde mit 7,89 Euro/Std. Entlohnt. Die Aufforderung des Jobcenters sich zu bewerben, erging am 13. September. Der Familienvater hatte jedoch bereits schlechte Erfahrungen in Leiharbeitsfirmen gesammelt und bewarb sich zeitgleich auf eine Festanstellung, die ihm auch zugesagt wurde und die er am 5. Oktober antrat. Hier verdient er deutlich besser als in der Leiharbeit. Der Arbeitsantritt wurde dem Jobcenter umgehend mitgeteilt, welches daraufhin die Hartz IV – Leistungen für Oktober 2011 ablehnte. Der schikanöse Wahnsinn setzte sich jedoch am 12. Januar 2012 fort. Jetzt verhängte das Jobcenter eine Sanktion für drei Monate von 30 Prozent der Regelleistung, da die Bewerbung bei der Leiharbeitsfirma im September 2011 nicht vorgenommen wurde. Die Sanktion wurde also prophylaktisch ausgesprochen um im Falle einer Neuantragsstellung innerhalb des Sanktionszeitraums einen Kürzungsgrund herstellen zu können.Nicht nur, dass mit der Sanktion gegen das im Grundgesetz verbriefte Recht der freien Berufswahl verstoßen wurde, es offenbart die Willkürpraxis der Jobcenter. Allein die Tatsache sich den Anweisungen von JobcentermitarbeiterInnen zu widersetzen, reicht offensichtlich aus, um das Einkommen von Menschen noch deutlicher unter die Armutsgrenze abzusenken.

Dies dient ausschließlich dem Profi streben der Unternehmen. Denn die gerade gemeldeten 108 Milliarden Euro Profit der 30 DAX Konzerne in 2011 haben ihre Ursache u.a. in der Niedriglohnpolitik der BRD. Die Zurichtung auf Niedriglohn, in früheren Jahrhunderten von Armenhäusern und Knästen vollzogen, wird heute durch Hartz IV verordnet und von den Jobcentern durchgesetzt.

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6 Kommentare zu Mit Sanktionen in die Leiharbeit

  1. Peter Dierich sagt:

    Hier hilft erst einmal nur sofort eine Einstweilige Verfügung beim Sozialgericht einreichen. Anschließend den/die Mitarbeiterin wegen Rechtsbeugung und versuchter Nötigung PRIVAT vor Gericht zu verklagen.

    Aber an diesem Beispiel sieht man einmal wieder ganz deutlich, dass das Gesetz SGBII völlig aus den Rudern gelaufen ist. Inzwischen ist mit größter staatlicher Unterstützung jeder Angestellte der BA/Jobcenter zu “Richtern”, “Lehrern”, “Psychologen”, etc… aufgestiegen. Und mit jeder Macht mehr, die ihnen verliehen wird, ufert das Ganze in unmenschliche Perversation aus.

  2. maki sagt:

    Habe ich das oben richtig verstanden:

    Ein Familienvater soll sich bei einer Zeitarbeitsfirma bewerben, macht das nicht, aufgrund schlechter Erfahrungen, sondern bewirbt sich bei einem anderen Unternehmen für eine Vollzeitstelle und wird genommen (Arbeitsbeginn: 05. Oktober 2011).
    Während der Mann Vollzeit tätig ist, kein H4 mehr bekommt, erhält er vom JobCenter am 12.Januar 2012 (der Mann arbeitet seit 3 Monaten bereits Vollzeit) eine Sperre bzw. Kürzung seiner Leistungen um 30%, die in Kraft treten sollen, sofern er, irgendwann, wieder auf H4 angewiesen sein sollte?

  3. Paulo sagt:

    Hallo maki,
    das hast du völlig richtig verstanden. So weit ist es hier bei Uns in Bremen gekommen.
    Wer sich weigert, sich von einen Zeitarbeitsunternehmen ausbeuten zulassen wird sanktioniert. Egal wie gut man Qualifiziert ist und wieviel mühe man sich gibt einen seriösen Arbeitsplatz zu bekommen. Es reicht halt nicht das nur ein Unternehmer an uns “Arbeitnehmern” verdient. Krankes System
    Und in diesem Fall sieht man das es immer weiter auf Spitze getrieben wird. Was sind das bloß für Menschen die da im Amt sitzen.

  4. Tobias sagt:

    achso zeitarbeitsfirmen arbeiten mit jobcentern zusammen. da es noch viele millionen menschen gibt die keine ahnung haben kläre ich euch jetzt auf und bitte gibt es an andere menschen weiter damit sie becheid wissen ich hoffe das machst du der das hier ließt mein geschriebenes.

    bezieher von staatsgeld über die argen harz 4 genannt können eingliederungsvereinbahrungen vollständig blockieren in dem sie unter vorbehalt oder untervorbehalt zur rechtlichen prüfung unterschreiben . bei dem zweiten müsst ihr eine feststellungsklage einreichen beim sozialgericht in eurer nähe was absolut umsonst ist. die weitere möglichkeit ist nicht zu unterschreiben darauf bekommt man einen verwaltungsakt gegen den müsst ihr wiederspruch einleiten und am besten alles dann euren anwalt sozialgericht dann geben. für harz 4 berechtigte könnt ihr einen beratungshilfeschein beantragen für einen rechtsanwalt kostenpunkt 10 euro. diese ganzen informationen hier könnt ihr nach googlen und bitte googlet nach fals euch was am wohl an euch liegt. ich kämpfe mit dagegen an. bei interesse alles nach googlen was ich geschrieben habe. danke.

  5. Tobias sagt:

    wenn viele menschen mithelfen oder irgendwie alle davon bescheid wissen und immer wieder den menschen das gesagt wird was gemacht werden soll haben die ganzen jobcentern im ganzen land ein verwaltungsproblem und die zeitarbeit knickt regelrecht ein und der bestand von einer millionen menschen die in zeitarbeitsfirmen beschäftigt sind wird einknicken und dann wird sich der niedrig lohnsektor erholen.

  6. Tobias sagt:

    nochmal zu der sache mit dem verwaltungsakt das habe ich vergessen hinzu zu fügen bitte wenn ihr wiederspruch einlegt ich beantrage hiermit gleichzeitig aufschiebene wirkung…. nicht vergessen den satz sonst wird euch euer geld sanktioniert .

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