Unser Betriebsrat im DHL, Logistik Center Bremen

Ein weiterer Erfahrungsbericht aus dem Logistik Center Bremen der DHL

Es ist schon erstSeite 245aunlich, wie sich ein Betriebsrat im laufe der Amtsperioden bzw. über die Jahre gesehen zum negativen hin verändert. Offiziell denken die Mitarbeiter bei uns, alles wäre in Ordnung, doch schaut man nun unseren Betriebsrat etwas genauer an, dann kann man echt nur staunen. War der Betriebsrat bis zum Jahr 2006 noch auf der Seite der Arbeitnehmer, hat sich dies mittlerweile eher zum Gegenteil verändert. Das Verhalten unseres Betriebsrats gegenüber Mir und meinen Kollegen_innen ist mehr als befremdlich geworden. Hat man sich früher als Kollege miteinander unterhalten so kommt es mir heute vor als würde ich dort mit jemanden von einem anderen Stern reden. Während wir Mitarbeiter jeden Tag an der „Front“ (in den Hallen) nicht nur mit den Gegebenheiten kämpfen, ist der Betriebsrat für Uns nicht greifbar. Einer der Lieblingssprüche der Freigestellten ist dann : „Zur Zeit passt es nicht, ich bin gerade nicht im Thema“ , „wegen so einer Lappalie ist der Betriebsrat nicht zuständig“ oder es heißt „Ich kümmere mich drum“ ist die Übersetzung für, vergiss es. Geht es auf der anderen Seite dann aber um betriebliche Belange sind die Vorsitzenden wieder hell wach. Zum Beispiel bei der Frage eine hohe Anzahl an Leiharbeiter einzusetzen. Da gibt es dann sofort ein okay. Es gibt nicht mal den Gedanken statt dessen die Leiharbeiter die in Dauervermittlung bei Uns sind einzustellen.                                                                             Auch jetzt wo wir uns gerade in den Tarifverhandlungen befinden, bekommt man nicht gerade den Eindruck als ob der Betriebsrat einen ordentlichen Sturm gegen unseren Arbeitgeber in Gang setzt. Auch wenn der Betriebsrat nichts mit den Verhandlungen des neuen Tarifvertrags zu tun hat, das ist Aufgabe der Gewerkschaft „ver,di“, könnte er im Vorfeld unter den Mitarbeitern Aufklärungsarbeit leisten. Auch die ver,di zeigt sich alles andere als kampfbereit. Die wenigen Informationen die wir Mitarbeiter von der ver.di bekommen, hängen bei uns an den schwarzen Brettern und sind wenig informativ bzw. zeigen uns nicht, das die ver.di wirklich was für die Mitarbeiter des LC Bremen erreichen will. OK, die Verdi fordert zwar 6,5 % mehr Gehalt, doch fordern heißt noch lange nicht das wir sie bekommen. Gerade unser Betriebsratsvorsitzende ist permanent mit der ver.di in Gespräch, doch was positives ist dabei bisher nicht zu Stande gekommen. Immer nur Durchhalteparolen für uns Mitarbeiter, aber offiziell von einer konkreten Vorgehensweise oder was der Aktuelle Stand der Dinge ist, ist von unseres Betriebsrat oder der ver,di nicht zu erfahren.

Aber inoffiziell sieht es so aus. Die Verhandlungen der Lohnerhöhung für uns Mitarbeiter bewegen sich so zwischen 2,5 % und 3,5 % über einen Zeitraum von 15 Monaten. Im Gegenzug soll es dann aber auch Zugeständnisse für den Arbeitgeber geben. Das was uns auf der einen Seite gegeben wird, wird uns auf der anderen Seite wieder weggenommen. So soll z.B. die Flexiprämie und die Anwesenheitsprämie komplett wegfallen. Auch die Beurteilungsprämie will uns der Arbeitgeber wegnehmen. Sollte die Verdi also die Verhandlungen absegnen, dann sind die 2,5 % – 3,5% mehr Gehalt ein Witz. Am Ende würde nur einer bei dem Abschluss Gewinn machen, und das wäre unser Arbeitgeber, der Arbeitnehmer hätte die Niete gezogen…

Mir stellt sich natürlich die Frage : Spielt die Verdi dieses Spiel mit und lässt uns Mitarbeiter somit gegen die Wand laufen oder leistet die Verdi erheblichen Widerstand ?!

Und unser Betriebsrat : Wenn ich schon als Mitarbeiter an diese Informationen herankomme, wie weit hat unser Betriebsrat davon Kenntnisse? Welchen Widerstand leistet unser Betriebsrat im LC Bremen oder lehnt er sich seelenruhig zurück und redet sich mit dem Satz heraus? : „Wir als Betriebsrat haben mit den Verhandlungen und dem Abschluss des Tarifvertrags nichts zu tun. Das hat die Verdi versaut“. Bei dem ersten Tarifvertragsabschluss hat unser Betriebsrat genau das getan. Es ist immer leicht die Schuld von sich zu weisen wenn andere mit dran beteiligt sind. Ein starker Betriebsrat hat durchaus Möglichkeiten im Vorfeld Einfluss auf Verhandlungen zu nehmen. Nur unser Betriebsrat ist einfach zu arbeitgeberfreundlich geworden…

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