Grammer – ein Daimler Zulieferer mit miesen Bedingungen

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Wenn der Arbeitsalltag und die Löhne bei Daimler immer schlechter werden, wie wird es dann bei den Zulieferern aussehen? Hier ein Beispiel der Grammer ArbeiterInnen aus Oyten.

Die Grammer System GmbH stellt hier in Oyten unter anderem die Mittelkonsole für die neue C-Klasse her. Grammer in Oyten ist ein neuer Standort, die meisten Mitarbeiter sind entweder noch in der Probezeit oder in Leiharbeit. Der Arbeitsalltag beginnt jeden Tag aufs Neue mit Druck, es herrscht ein autoritärer Ton. Der Standartspruch der Vorgesetzten heißt „Ihr müsst noch schneller werden“, dabei arbeitet dort schon jeder an der Belastungsgrenze. Es wird in drei Schichten gearbeitet, wobei die Schicht 7,5 Std. plus Pause haben sollte. In der Realität sieht das etwas anders aus. In der Regel werden die Schichten inzwischen um zwei Stunden verlängert. Das heißt, die Nachtschicht geht von 22 Uhr bis 8 Uhr und die Frühschicht fängt um 4 Uhr an. Es wird nicht gefragt ob man länger machen kann, es wird von der Werkleitung angeordnet.

Pausen werden bei Grammer oft nicht durchgeführt. Es stehen jedem 30 Min. zu, die meisten werden jedoch nach 15 Min. schon wieder zum Arbeitsplatz gerufen oder gehen von sich aus wieder zurück in die Produktion. Als Argument wird genannt, man arbeite ja Just in Time und da könne man sich es nicht leisten, in Verzug zu kommen. Wenn man dort durch die Halle geht, sieht man den Leuten schon an, wie ausgelaugt sie sind. Viele erzählen davon, wie viel sie schon abgenommen haben, seit dem sie bei Grammer sind.

Das Schlimmste ist aber, wie man die Leute gegeneinander ausspielt. Die Vorgaben sind einfach nicht zu schaffen. Da ist schon vorprogrammiert, dass die ArbeiterInnen in der Produktionskette hinterher hängen. Die Folgen sind, dass die nachfolgenden Stationen leer laufen und die KollegInnen Druck machen, weil sie nicht weiter arbeiten können. Meistens hängt die Logistik hinterher. In diesem Fall haben die Leute aus den Montagebereichen keine Pause, sondern müssen in andere Bereiche. Wenn es wieder läuft, müssen sie an ihre Stationen zurück und Gas geben. Der Frust über die viel zu hohen Anforderung entlädt sich nicht an dem Arbeitgeber, der für die Situation verantwortlich ist, sondern an den jeweiligen KollegInnen.

Samstagsarbeit und Überstunden sind die Regel. Die KollegInnen werden wahllos in den 3 Schichten hin und her geschoben. Wie und wann gearbeitet werden soll, wurde nach Berichten von KollegInnen oftmals mit dem Spruch „Frau Wallerstein hat angeordnet“ festgelegt. Urlaub ist kaum möglich. Mitspracherecht gibt es nicht. Es gibt keinen Betriebsrat und es gibt keine Gewerkschaft. Dafür gibt es jede Menge Druck und Arbeit.

Viele KollegInnen fragen sich, warum es keinen Betriebsrat gibt und warum die Gewerkschaft daran nicht interessiert ist. In anderen Grammer Standorten sind die KollegInnen bei der IG Metall organisiert, in Oyten jedoch kaum. Das mag mit der Zusammensetzung der noch sehr neuen Belegschaft zu tun haben. Wir haben in anderen Betrieben aber auch schon oft miterlebt, dass die Gewerkschaften am Anfang stark an einem Betrieb interessiert sind, solange sie dort Mitglieder werben können. Sobald dieses Ziel erfüllt ist, werden die KollegInnen von der Gewerkschaft fallen gelassen, wie eine heiße Kartoffel. Deswegen kann es erfolgreicher sein, gegen die Arbeitsbedingungen bei Grammer einfach selbst was zu machen. Man könnte erst mal in den normalen Gespräche, die wir alle auf der Arbeit miteinander führen überlegen, was wir am meisten fordern und wie wir bereit sind, uns dafür einzusetzen. Das könnte man den Chefs dann mit entsprechendem Nachdruck vorsetzen, denn gerade bei so geballter Auftragslage, werden die Führungskräfte sich ganz genau überlegen, ob sie einen Konflikt mit uns wirklich eingehen wollen. Möglichkeiten dafür gibt es viele, bei der DHL in Bremen haben KollegInnen zum Beispiel einfach eine kleine Betriebsgruppe gegründet, um sich auszutauschen.

Wir fordern euch alle, die das lesen auf, mit uns in Kontakt zu treten und mit uns weiter zu überlegen, wie wir bei Grammer aus dem Dilemma kommen, ohne zu kündigen, wie das schon viele bei Grammer nach kurzer Zeit getan haben Das kann aber keine Lösung sein, denn jedes mal wenn einer geht wird es für die alle noch etwas schlechter.

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22 Kommentare zu Grammer – ein Daimler Zulieferer mit miesen Bedingungen

  1. Sozialist sagt:

    Es ist immer wieder interessant zu lesen, wie der Stern auf Deutschlands Straßen den Arbeitnehmer ausbeutet.
    Das was unsere Väter und Großväter erstritten haben, geht vollends den Bach runter.
    Die Gewerkschaften spielen da fein mit.
    Macht diese Missstände öffentlich, dies hier ist ein Anfang, bekommen nur die wenigsten Menschen mit.

  2. jumijami sagt:

    Ja das ist leider wirklich so.

  3. jumijami sagt:

    Wenn man wegen Betriebsrat fragt. Wird man gekündigt ohne einen vernünftigen Grund. Es werden Mitarbeiter zum Schichtleiter gemacht die von der Sache keinen Plan haben. Ich finde es super das mal endlich sich jemand getraut hat was zu sagen.

  4. Hopla sagt:

    Sehr interessante Beiträge sind hier zu lesen, bin zufällig auf diese Seite gestoßen weil ich über diesen betrieb mehr erfahren wollte, arbeite jetzt seit knapp 3 Monaten bei Grammer und ja es ist tatsächlich hin und wieder anspruchsvoll, denn mann wird überall eingesetzt. Ob es die Logistik ist oder Produktion, Kartons kleben, Montieren von Kleinteilen, Förderband abräumen oder sonstiges, für einige Mitarbeiter ist es nicht einfach schnell zu reagieren und verschiedene arbeiten auszuführen, andererseits denke ich mir wenn ich nicht mal das packe was soll ich mit meinem leben sonst anfangen… denn heut zu Tage wird es wo anders nicht viel einfacher sein und jeder hat die wall sich sein Traum Job zu suchen. Es ist vielleicht nicht mein Traum Job hier zwischen durch mal fegen zu müssen aber ich sehe es mit anderen Augen, bin halt keine 20 mehr und für mich heißt es mittlerweile arbeit ist arbeit egal was auf mich zu kommt…
    Ich Persönlich habe mich direkt bei dieser Firma beworben, habe jetzt von ersten Tag an einen unbefristeten Vertrag bekommen natürlich mit einer 6 Monatigen Probezeit, kenne sonst keine Firma die das macht. Jetzt kann ich wenigstens meine Zukunft Planen. Aber zuerst werde ich mich beweisen müssen das ist mir schon klar.

  5. bald weg sagt:

    Ist schon wahr was da alles geschrieben steht. Nur dass es da noch viele andere Sauerrein gibt. Und zum Kommentar Hopla, Schon richtig ” Arbeit ist Arbeit” aber das was ich bei Grammer erlebe hat nichts mehr mit Arbeit zu tun, das ist Treiberei.

    LG.

  6. Solch ein Arbeitgeber braucht kein Mensch sagt:

    Hi, also ich beobachte bei Grammer immer wieder, dass hier Leute auf einer ganz linken Art ausgenutzt werden. Hier werden immer wieder Leute eingestellt die es auf dem Arbeitsmarkt schwer haben eine gute Stelle zu finden. Entweder sind sie gut qualifiziert aber schon in einem Alter in dem es halt schwierig wird oder nicht gut qualifiziert aber noch Jung und belasstbar. In beiden Fällen sind das Leute die schon länger arbeitslos sind. Diese Kollegen reissen sich besonders den Hintern auf, weil Ihnen ihre Lage bewusst ist. Und dann kurz vor Ende der Probezeit fliegen Sie. Noch schlimmer ist es bei den Leiharbeitern. Bin mal gespannt was mit denen die jetzt übernommen wurden läuft, wenn es soweit ist. Eine Scheiße ist das hier. Was man alles über sich ergehen lassen muss.

    Ich kann nur allen die bisher noch nichts mit Grammer zu tun hatten sagen, lasst die Finger davon. Die saugen euch aus und dann schmeißen die euch wieder raus.

    VG, Solch ein Arbeitgeber braucht kein Mensch

  7. P. sagt:

    Moin zusammen,
    wie heisst es doch so schön:Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied!
    Ich bin incl.Umweg Zeitarbeit mittlerweile 15 Monate bei Grammer,
    Sehr zufrieden und habe von der Firma alle erdenklichen Möglichkeiten bekommen meinen Weg zu gehen(Den ich weitergehen werde).
    Wenn ich aber sehe was manche Leute vom Thema Arbeit halten…….!?Naja.
    Der eine so,der andere so.
    Aber an alle hier ach so Grossmütigen Sozis:Geht doch mal für ein Jahr oder länger nach China oder Nordkorea wenn Ihr doch den realen Sozialismus soooo verehrt.
    Viel Spass weiterhin.

  8. King Kurt sagt:

    Moin Troll P.,

    Haste Langeweile?
    Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied? Von Tellerwäscher zum Millionär?
    Unter den Sklaven in den USA gab es seinerzeit welche, die ihren Massa geliebt haben. Die haben die Sklaverei aber nicht beendet.

  9. …Es häufen sich Kommentare von Vorarbeitern und direkt aus der oberen Büroetage die hier den Eindruck erwecken möchten, dass Erstens doch alles gut ist und Zweitens die Zukunft für einen rosig aussieht, wenn man stillhält, 200 % gibt und die Schnauze hält. Das klingt wie ein armseliges Stück Schokolade, dass uns vorgehalten wird, dem wir durch “harte Arbeit” hinterher jagen sollen und das dann aber immer im letzten Moment schmilzt und doch wieder die gleiche schlechte Soße abgibt. An solche scheinbaren “Hoffnungsschimmer” wie unbefristete Verträge usw. glauben wir nicht. Nur eine Bitte an die Firmen: Müllt damit eure eigenen email-Postkästen voll!

    Dann gibt es noch Kollegen, die vielleicht wirklich daran glauben, dass sie mit 1-2 Euro mehr pro Stunde als andere als “Vorarbeiter” oder Multifunktioner etwas besseres sind, dass sie deswegen das Recht hätten, anderen “in den Arsch zu treten” und dicke Sprüche abzugeben. Denkt daran: ihr macht euch damit zum letzten Büttel für die Geschäftsführungen und Vorstände und habt am Ende nichts davon außer einem Knochenjob und vielleicht ein paar Minuten am Tag, in denen ihr euch wichtig fühlen könnt. Lasst es einfach bleiben (online wie offline), mit eurem Chef im Arm seid ihr ganz alleine – nur mit einer ganzen Mannschaft seid ihr stark, egal was euch über eure “Position” erzählt wird!

    • Kuddel sagt:

      “…Es häufen sich Kommentare von Vorarbeitern und direkt aus der oberen Büroetage…”

      Ach!?! Da sieht man, daß die Veröffentlichung der Wahrheit Wirkung zeigt.
      Mögen Wut und Mut zusammenfinden und die Belegschaft für den nötigen Gegenwind sorgen!

  10. Peacemaker sagt:

    Hi Leute,

    arbeite bei einem anderen Zulieferer, identisch mit euren Problemen.
    Bei jedem Zulieferer fällt die Sch….. nach ganz unten durch und die müssen es ausbaden.

  11. JIS und nicht JIT sagt:

    Hmm, hört sich alles nicht so gut an….Habe ein Vorstellungsgespräch bei Grammer im Januar.
    Nun frage ich mich aber, wenn alle Führungskräfte es anordnen Überstunden zu leisten, warum wird nicht zusammen gehalten und kollektiv Nein gesagt?!
    Oder Ihr sagt Kollektiv:”Wenn Ihr uns nicht 150€ jeden Samstag extra zahlt dann arbeiten wir nicht!”
    Ich kenne einige Führungskräfte und muß sagen, die kochen auch nur mit Blut……
    Also, wie ich es sehe, haben etliche von euch Tarifverträge, das bedeutet das ihr euch der IG Metall anschließen solltet und die werden euch Hilfestellung geben bei der Errichtung eines Betriebsrates.
    Nach §9 des BetrVG dürft ihr bei mehr als 100 Arbeitnehmern 5 Betriebsrat Mitglieder wählen, zuvor erstellt ihr einen Wahlvorstand, aber ihr müßt es der Werkleitung mitteilen das ihr Wahlen abhalten möchtet und ihr auch die IG Metall darüber informiert habt.
    Und der Rest ist Kleinkram…..
    Viel Glück.

  12. Holzauge sagt:

    Hört sich als Aussenstehender alles ganz logisch an, wenn Du aber ersteinmal in der Tretmühle bist, dann werden alle schon dafür sorgen, dass Du diese firmen-destruktiven Gedanken sehr schnell wieder vergisst!

    Normaler Monatsablauf:
    1. Woche: Frühschicht + Sonderschicht am Samstag (fest)
    2. Woche Nachtschicht (wenn Du Pech hast + Sonderschicht am Samstag)
    3. Woche Tagschicht (wenn Du Pech hast… ist schon klar, oder?)
    Wenn alles doof läuft fährst Du in mindestens 2 der Wochen eine Sonderschicht.
    Auch Sonntag ist kein Tabu. Wird ja schliesslich extra bezahlt!

    Spätestens an dieser Stelle sollte klar sein, was hier abgeht. Ach ja… Urlaub? Kannste vergessen! Gibt’s nicht. Die Quote muss erfüllt werden.

    Da bleibt dir keine Zeit zum Nachdenken. Dann noch der Druck, der von allen Seiten aufgebaut wird und letztlich die Androhung eines Rausschmisses, wenn Du das böse G-Wort (Gewerkschaft) oder gar das böse B-Wort (Betriebsrat) laut in den Munde nimmst.

    In dieser Firma wurde eine Art Terror-Regime aufgebaut, das keinen Freiraum läßt.
    Anfangs glaubst Du es vielleicht noch, aber spätestens nach 2 Monaten bist auch Du aufgewacht.

    Mein Tipp: Scheiss auf das Gespäch in diesem Monat und nutze deine Zeit sinnvoller.
    Es gibt Schöneres, als blass und blutleer seine Nichtfreizeit zu “erleben”. Den Rest davon wirst Du nämlich kaputt und schlafend verbringen!

  13. Holzauge sagt:

    Ach ja… Übrigens sind alle treibenden Kräfte, die einen Betriebsrat im Geheimen aufbauen wollten nicht mehr in diesem sauberen Laden tätig.
    Spione sind dort nachgewiesener Massen überall! Selbst auf dem Lokus (kein Witz)!

    Und ein bestimmter Vorarbeiter (merkt man sehr schnell, wer das ist), petzt sowieso alles was er so hört und meint gehört zu haben ungefiltert an Frau Wallerstein,

  14. Meinung aus China sagt:

    Nachdem ich alles hier gelesen habe finde ich das Thema schon ein wenig kontrovers… ich denke blinde Meinungsmache, sowohl der einen oder der anderen Seite, bringen hier wenig.
    Ich arbeite seit 8 Jahren in China und bin glücklich hier (Nein, ich bin kein Sozialist oder Kommunist…). Habe hier in meiner chinesischen Firma (wo 48-Stunden-Wochen normal sind und Arbeiter zu Löhnen arbeiten, …ohne zu murren, die wohl keinen Harz IV’ler in Deutschland beeindrucken würden) gerade Anfragen für Grammer-Teile vorliegen welche möglichst billig hergestellt werden möchten.

    Die Globalisierung schreitet fort. Deutschland als Hochlohnland ist einer der Verlierer! Wir sind zu bequem, zu sicher, zu teuer… das machen andere besser und billiger wenn wir nicht auf der Hut sind. Wo Deutschland noch punkten kann ist Qualität und Spitzentechnologie. Für Qualität ist vom Werker bis zum Werkleiter jeder verantwortlich und hat es in der Hand mit Fleiß und Einsatz den Standort Deutschland hochzuhalten oder zu “beschmutzen”.

    Einfache Montagearbeiten und Fertigung simpler Teile können wir hier in China besser und billiger… da müssen sich unsere Ungelernten leider der internationalen Konkurrenz stellen und das ist trotz aller offensichtlichen Bemühungen der dank diesem Artikel nun berühmten Frau Wallerstein (würde gerne mal ihre Meinung zum Thema hören), und anderer Führungskräfte bei deutschen Automobilzulieferern, ganz sicher nicht möglich, auch wenn sie versuchen auch noch das letzte bisschen Effizienz aus den Werkern zu quetschen.

    Auch wenn in den Medien extreme Meinungsmache gegen China betrieben wird (ich hab so gut wie noch keinen guten Bericht über China in den Medien gesehen, das Feindbild ist klar…), so muss man einfach gerade heraus sagen, Chinesen sind hart im Nehmen, flexibel, fleißig und mit sehr wenig zufriedenzustellen. Ich möchte den Arbeiter in Deutschland sehen welcher für 250 Euro im Monat 48-Stunden-Wochen in einer schlecht beleuchteten zugigen Fertigungshalle bei 0 Grad Außentemperatur unter ansonsten auch sehr rustikalen Bedingungen fleißig und motiviert arbeitet, in einem 4qm-Holzverschlag haust und seine 2000km entfernte alte Heimat nur einmal im Jahr zum Frühlingsfest wieder sieht… ach ja, er hat auch weder Kranken- noch Rentenversicherung oder andere Sozialpakete… sein Kapital ist sein funktionierender Körper, seine Versicherung ist die Familie welche ihn auffängt wenn er nicht mehr arbeiten kann.
    Solche deutschen Arbeiter wird es wohl nie geben, die kosten mit allen Standards ein Vielfaches von ihren chinesischen Pendants und leisten auch nicht unbedingt mehr.

    Globalisierung, Geldgier, Konkurrenz und Shareholder zwingen im Prinzip jeden Zulieferer Kosten zu drücken oder zumindest im Griff zu haben. Geht die Konkurrenz in China produzieren muss man das auch oder ist weg vom Fenster… Verlierer sind ganz klar die Deutschen Arbeiter welche mit Lohnnebenkosten kostentechnisch eher auf dem Niveau eines chinesischen Werkleiters denn auf dem Niveau ihrer chinesischen Kollegen liegen.

    Wo Deutschland ganz klar punkten kann (und das auch tut) das ist in punkto Innovation, Technologie, Markenimage (“Made in Germany” ist ein Exportschlager)! Nur stetige Weiterqualifikation bringt uns hier weiter und lässt uns am Ball bleiben!

    Wer meint irgendwo nix anderes zu können als Kartons einzupacken und Montagebänder abzuräumen, der ist wohl irgendwann entweder gezwungen Abstriche in der Lebensqualität hinzunehmen (denn das sind Arbeiten die in Deutschland ausgeführt nur Geld für das Unternehmen verlieren können, kein Wunder dass die hier sparen wollen…), oder er muss eben den unbequemen Weg “Weiterbildung” gehen und sich auf den Hosenboden setzen und mehr aus sich machen.

    Deutschland braucht Spezialisten und Innovation, Arbeiter gibt es leider weltweit überall. Chinesische Kleinbauern welche alles in Handarbeit bewirtschaften haben übrigens im Gegenzug keine Chance im Weltmarkt gegen hochautomatisierte Bauernhöfe im Westen… Ich denke der richtige Ansatz hier ist Bildung, Bildung und Bildung gepaart mit Innovation und Motivation. Motzen und Klagen bringt genauso wenig wie Verherrlichung wenig berauschender Zustände.

    Firma Robert Bosch ist übrigens ein sehr gutes Beispiel (von Rexroth aktuell einmal abgesehen) wie man auch in einer globalisierten Wirtschaft unter enormem Kostendruck Arbeitsplätze auf allen Ebenen angenehm gestalten kann und dennoch Gewinne einfährt indem man gezielt weltweit produziert. Dort hat das auch in Deutschland keine Arbeitsplaetze abgebaut, sondern im Gegenteil, sogar noch zusätzliche neue Stellen geschaffen. Bosch hat es auch verstanden seine Zulieferer gemeinsam mit hochzuziehen nach dem Motto “Leben und leben lassen”, ein sehr sozialer (unter anderem auch) Daimler-Zulieferer welcher noch Gutes mit seinen Gewinnen in der Welt tut (weil sie eben Stiftung und nicht Aktiengesellschaft sind).

    Vielleicht kann ja bei Grammer hier ein bisschen von der Bosch-Philosophie übernommen werden und auch das Thema Globalisierung arbeitnehmerfreundlich umgesetzt werden, ich wünsche das jedenfalls der kompletten Belegschaft.

    • Aha, so ist das also sagt:

      “Die Globalisierung schreitet fort. Deutschland als Hochlohnland ist einer der Verlierer! Wir sind zu bequem, zu sicher, zu teuer… das machen andere besser und billiger wenn wir nicht auf der Hut sind.”

      Jetzt soll man sich als hier arbeitender Mensch nicht nur um sich selbst kümmern, sondern gleich auch noch Mitleid haben mit dem Globalisierungsverlierer Deutschland (ob er das wirklich ist, erstmal egal…)

      Du stellst fest, das Deutschland im Vergleich zu China ein höheres Lohnniveau hat. Das wird schon so sein, sagt aber nunmal gar nichts darüber aus, wie gut es sich mit einem Lohn (hier oder dort) leben lässt.
      Wenn man arbeiten geht, dann tun das doch die meisten Menschen hier, und das kann sich ja jeder mal für sich überlegen, weil man in diesen Verhältnissen auf einen Lohn angewiesen ist. Da ärgert man sich wenn man länger unbezahlt arbeiten soll, weil es ja in der Regel keinen Spass macht, sich buckelig zu schuften. Arbeit ist, und wird es auch immer bleiben, eben eine Mühe.
      Und jetzt sprichst du einen so arbeitenden Menschen an, das ein hoher Lohn ein Problem für Deutschland ist. Keine Lust zu haben sich für Deutschland den Rücken krumm zu machen ist für dich “bequem”, die Arbeitsverhältnisse sind allgemein “zu sicher” und die Arbeitenden wollen dann auch noch zu viel Geld.
      Auch das kann sich ja jede_r mal überlegen: Will ich lieber einen kleinen Lohn und möglichst viel arbeiten, also von meinen Interessen Abstand nehmen damit es Deutschland gut geht (am besten in kurz-befristeten Verträgen), oder habe ich da nicht vielmeher einen Gegensatz zu dem Staat, der anscheinend eine ganze Menge Härten von mir Verlangt?

      “Auch wenn in den Medien extreme Meinungsmache gegen China betrieben wird […], so muss man einfach gerade heraus sagen, Chinesen sind hart im Nehmen, flexibel, fleißig und mit sehr wenig zufriedenzustellen. Ich möchte den Arbeiter in Deutschland sehen welcher für 250 Euro im Monat 48-Stunden-Wochen in einer schlecht beleuchteten zugigen Fertigungshalle bei 0 Grad Außentemperatur unter ansonsten auch sehr rustikalen Bedingungen fleißig und motiviert arbeitet, in einem 4qm-Holzverschlag haust und seine 2000km entfernte alte Heimat nur einmal im Jahr zum Frühlingsfest wieder sieht”

      Diesen Menschen möchte ich nicht sehen, er würde mir nur ungemein Leid tun.
      Mal im ernst: es spricht jetzt FÜR die Arbeiter, das sie “flexibel, fleißig und mit wenig zufrieden” zu stellen sind? Das sie 250 Euro im Monat zum Leben haben? Das sie auch unter den beschissensten Bedingungen noch fleißig sind?
      So wie du daher redest, und damit hast du in dieser Gesellschaft auch noch recht, kommt der Mensch nur noch als Dienstleister an seiner Nation vor. Also ob das jetzt so positiv ist?

      “… ach ja, er hat auch weder Kranken- noch Rentenversicherung oder andere Sozialpakete… sein Kapital ist sein funktionierender Körper, seine Versicherung ist die Familie welche ihn auffängt wenn er nicht mehr arbeiten kann.
      Solche deutschen Arbeiter wird es wohl nie geben, die kosten mit allen Standards ein Vielfaches von ihren chinesischen Pendants und leisten auch nicht unbedingt mehr.”

      Da wird man ja wirklich neidisch auf diese Chinesen und ihre politische Führung!

  15. JIS und nicht JIT sagt:

    Tja, ich bin momentan wirklich hin und her gerissen. Einerseits möchte ich gerne arbeiten, aber es soll ja auch Spaß machen. Geld ist auch wichtig, aber ich denke das man auch zufrieden sein muß. Bei Grammer hört sich das leider nicht an. Mal sehen was sich noch anbietet.
    VG

  16. Logica sagt:

    Hallo liebe Bremer,

    ich weiß ja nicht wie aktuell das oben beschriebene noch ist. Aber ich rate euch wirklich dringend dazu einen Betriebsrat zu gründen. Hierbei können euch sicherlich die Kollegen des Betriebsrats in Amberg helfen und auch die Kollegen in Schmölln.
    Ich kann zumindest sagen, dass sich der Betriebsrat in Schmölln ausgezeichnet hat was die Arbeitszeiten angeht, denn Grammer setzt sich schon gerne mal über bestehende rechtlich vorgegebene Arbeitszeiten hinweg, wenn man Ihnen nicht im Weg steht.
    Nur Mut!!!

  17. ZumGlückkeinSklavemehr sagt:

    In diesen Sklavenjob gelockt mit soooo super Bedingungen…..alles miese Abzocke. Ein Umgangston unter aller Sau, Kollegialität ein Fremdwort. Die sogenannten Vorarbeiter, die nicht raffen, dass sie auch nur ausgebeutet werden, aber scheinbar nach einen Lob lechzen und zum A…….kriecher mutieren, haben bei den “Untertanen” ne riesige Fresse und eine Riesenfreunde daran, zu “regieren”….. Zum Kotzen, wie es dort abgeht.
    Von den Sicherheitsvorkehrungen mal ganz zu schweigen……….!!!!!
    Kann nur jedem abraten. Es ist, auch wenn man schon älter ist, kein Problem einen weitaus besseren Job zu bekommen, als in diesem Laden. Möge er den Bach runtergehen!!!! So long…

  18. Inkognito sagt:

    Ich habe noch nie so einen Familien unfreundlichen Betrieb kennengelernt.

    Wenn ein Familienmitglied dort arbeitet, brauch man mit der Person nicht mehr planen. Urlaub, Freizeitaktivitäten, Feiern, Einkäufe, … sollte man am besten alleine organisieren.
    Denn ob Sonderschichten kommen erfährt man kurzfristig. Oder man plant gleich das ganze Jahr die Früh- und Nachtschicht mit den Sonderschichten ein, dann brauch man auch nicht enttäuscht sein, wenn man wieder alleine ist. Bei dem Urlaub ist es genauso, vielleicht klappt es oder auch nicht. Spontanes oder Überraschungen mit Grammerpersonal funktioniert nicht.

    Doch was soll man machen bzw. was gibt es für Alternativen … KEINE und das wird von der Führung gnadenlos ausgenutzt. Was nützt ein gutes Gehalt, wenn die Mitarbeiter Ihre Rente nicht mehr erleben?
    Jeder der im Schichtbetrieb gearbeitet hat weiß, wie hart das ist … ich sage nur
    6 Tage Frühschicht (Montag bis Samstag 6:00 – 14:00) dann
    6 Tage Nachtschicht (Sonntag bis Samstag 22:00 – 6:00) dann
    5 Tage Spätschicht (Montag bis Freitag 14:00 – 22:00)
    … und dann wieder das gleiche, wenn es wieder Sonderschichten gibt! Dazu ist die Arbeit körperlich und geistig sehr anstrengend. Die Überstunden werden dann geparkt bis vielleicht Freizeitausgleich irgendwann gewährt wird.

    Hat ein Arbeitgeber nicht eine Fürsorgepflicht?
    Laut den Unternehmensleitlinien der Grammer AG ist die “Basis des Erfolgs sind die motivierten Mitarbeiter”. Bzw. die Vision/Mission/Grundwerte der Grammer AG ist die “Balance der Interessen zwischen Mitarbeitern, Kunden, Aktionären und dem GRAMMER Umfeld”.
    Ich glaube die beiden Punkte aus dem Unternehmensprofil der Grammer AG zeigen wie unterschiedlich die Wahrnehmungen sind und den Mitarbeitern noch ein sehr langer Weg bevorsteht.

  19. xxx sagt:

    Schlimmer geht’s nicht.
    Wollte mich gerne auf eine Stelle bewerben, unter diesen Umständen werde ich sicher nicht dort arbeiten wollen!
    Wird sicherlich an jedem Standort die gleiche Philosophie herrschen…

  20. Cengiz tarek sagt:

    Scheiss laden nie wieder scheiss Vorarbeiter scheiss chefs miese Bedingungen man wird ausgenommen bekommt da 9€ und dann heißt das hier verdient man richtig gut haha deecksladen man wird da nur gedemütigt und Überstunden und wochenendarbeit ohne vorher zu fragen Hölle

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