Bremer Mercedes Betriebsrat beschließt Regelsamstag zu verhandeln und erntet Protest

Seite 245Bericht der LabourNet Redaktion vom 21.05.2015:
“Der Betriebsrat der Bremer Mercedes Werks hat am Donnerstag, den 21.05.2015 mehrheitlich ein Eckpunkte-Papier zur Verhandlung mit der Bremer Werkleitung beschlossen. Darin sind neben Investitionen in das Werk und in neue Produktionstechnologien, sowie 500 schrittweisen Festeinstellungen auch 75 Sonderschicht-Samstage in 2016 und 2017 enthalten. Das kommt der Einführung des vom Management schon lange geforderten Regelsamstag gleich (siehe Einleger zum Bremer Flugblatt vom Mai 2015 mit aufgelistetem Verhandlungsstand ) . Der Betriebsrat wollte damit möglicherweise die Lorbeeren für den „gesicherten“ Bremer Standort ernten. Bei den beschriebenen Eckpunkten sind jedoch keine Erleichterungen für die KollegInnen im Werk ersichtlich. Alles dreht sich um höhere Stückzahlen und um den organisatorischen Rahmen. Ein Großteil der Samstage soll durch einen Ablöserpool aus LeiharbeiterInnen abgedeckt werden. Warum das für diese KollegInnen angenehmer sein soll, an Samstagen zu arbeiten, als für Festangestellte, bleibt wohl das Geheimnis der Bremer SozialpartnerInnen. Die Neueinstellungen, die getätigt werden sollen, kann man auch eher als Kanonenfutter für die Fließband Maschinerie betrachten. Das Unternehmen braucht diese Leute händeringend, das ist für die Manager ein notwendiges sehr kleines Übel. Dafür gibt es schließlich auch einen ordentlichen Schuss Flexibilisierung, mit der im Gepäck man seinen Chefs in Stuttgart auch beweisen kann, dass man dem Leadership 2020 Programm  wieder ein Stück näher gerückt ist. Kein Grund daher, für den Betriebsrat, sich mit den beschlossenen Eckpunkten zu brüsten. Begleitend zu Sitzung gab es eine kleine Protestaktion von mehreren Vertrauensleuten aus drei Hallen, die sich auf der Sitzung informieren wollten und lautstark ihre Meinung gegen die Betriebsratspläne kundtaten. Am Ende stimmte die Mehrheit der Betriebsräte trotzdem für das Papier, was von den regionalen Medien wohlwollend mit einer wahren Daimler Werbekampagne begleitet wurde.”

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