Aussagen der GdA Betriebsgruppe Bremen

Wir können hinter vielen Aussagen, die auf den GdA Seiten gemacht werden, nicht stehen.

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Die Arbeitsbedingungen und Löhne haben sich für die allermeisten von uns in den vergangenen Jahren verschlechtert. Das liegt nicht nur an den „Arbeitsmarktreformen“, die genau dafür geschaffen worden sind. Und nicht nur an schlechten (oder auf der anderen Seite stehenden) Gewerkschaften. Sondern gerade auch daran, dass die Firmen mit jedem Schritt, den sie gehen konnten, uns vertraglich vereinzelt und gespalten und die Löhne und Arbeitsbedingungen immer weiter unterschichtet haben. Das besonders Beschissene ist, dass wir teilweise angefangen haben zu glauben tatsächlich als Einzelner da zustehen. Was extrem schräg ist, denn die gemeinsame Macht den Hammer fallen zu lassen ist gerade in der Logistik nicht kleiner, sondern größer geworden. Es reichen wenige Stunden, um zum Beispiel bei Mercedes über die Logistik-Zulieferkette die Bänder still stehen zu lassen.

Ohne die Idee zusammen mit den Arbeitskollegen Macht zu haben, bleibt den Einzelnen nur die ganz individuelle Hoffnung und Angst: Nicht dort zu landen, wo die neuen Kollegen über Leiharbeit und Werkverträge schon gelandet sind (und dafür all die schleichenden Verschlechterungen zu akzeptieren). Oder die selbst nicht wirklich geglaubte Hoffnung auf Übernahme oder dass es bei der nächsten Firma oder beim nächsten Sklavenhändler ein Stück besser ist. Wenn die Arbeitsbedingungen zu unerträglich werden,bleibt der Ausweg der Krankschreibung. Und wenn das nicht mehr klappt, zu gehen. Meist zur nächsten Drecksbude.

Als die Internetseite der DHL Betriebsgruppe online gegangen ist, hat uns das gefreut. Wir dachten, das Projekt könnte dazu beitragen, die Diskussion und den Austausch unter den Kollegen bei DHL anzuschubsen. Das hat am Anfang auch geklappt.

Was dann passiert ist, wissen wir nicht. Vielleicht sind zu viele Leute von DHL wegegangen. Vielleicht ist der Rest der Gruppe zu isoliert, um zu merken, dass sie mit den Blogeinträgen und Artikeln längst die Sache der Chefetage macht und Zwietracht unter den Beschäftigten säht.

Viele der in der letzten Zeit online veröffentlichten Beitrage der Betriebsgruppe, scheinen sich zur Aufgabe gemacht zu haben, Kollegen zu mobben und zu disziplinieren und dafür zu sorgen, dass sie wieder ordentlich ihre Arbeit machen. Es geht gegen krank gemeldete Kollegen und gegen Einzelne, die es (scheinbar) geschafft haben, die Stechuhr zu bescheissen.

Dagegen wäre es doch sinnvoll, Tricks, die das Leben einfacher machen, weiter zu geben und zu gucken, wie man gemeinsam den Arbeitstag erträglicher gestalten kann. Und klar, wenn viele krank sind, versuchen die Firmen die Arbeit auf weniger Leute zu verteilen. Die
Antwort kann nur lauten, dass dann neues Personal her muss. Das wirddas Management auch merken, wenn sich keine Leute mehr finden, die 150Prozent geben oder sich auch noch dann zur Arbeit schleppen, wenn sie krank sind…

Den Vogel schießt die Forderung nach dem Einsatz von Leiharbeitern ab, die zu Niedriglohn die Scheisse ausputzen sollen…

Wir unterstützen die Idee unabhängiger Betriebsgruppen und – Betriebsarbeit. Doch die Gruppen sollten unabhängig von Gewerkschaften und Parteien sein, aber nicht unabhängig von den Kollegen und deren Interessen!

Wir hoffen deshalb immer noch, dass die Macher der GDA Seiten durch Rückmeldung von Kollegen merken, dass da etwas mächtig schief läuft. Im Moment jedenfalls ist der Link auf die Seite von Bremen macht Feierabend irreführend geworden. Wir können hinter vielen Aussagen, die auf den GDA Seiten gemacht werden, nicht stehen.

Bremen macht Feierabend

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