Warum wird der GHB nicht mehr gebraucht

Warum wird der GHB nicht mehr gebraucht. Seiner Zeit war der GHB eine gute Einrichtung, als gemeinnütziger Verein, der aus Tagelöhnern abgesicherte Hafenarbeiter machte. Der Grundstein des GHB wurde Anfang des letzten Jahrhundert gelegt. Gegründet von der Gewerkschaft und den Hafeneinzelunternehmen wurde ein großer Pool von Hafenarbeitern geschaffen. Jedes Mitgliedsunternehmen konnte bzw. kann auf diesem Pool zugreifen. Über eine Umlage, die die Hafeneinzelunternehmen zu Entrichten haben wurde eine Garantielohnkasse geschaffen, aus der die Arbeiter auch dann bezahlt wurden, wenn sie keinen Einsatz hatten. Zusätzlich wurde aus der Kasse aber auch die Weiterbildung der Arbeiter bezahlt. Wurde ein Kranführer, Gabelstaplerfahrer oder andere Qualifikation gebraucht wurde der Arbeiter zur Hafenfachschule( heute Ma-Co) geschickt und wurde ausgebildet. Das hatte den Vorteil, dass immer genug qualifizierte Arbeiter zur Verfügung standen und auf der anderen Seite profitierten auch die Arbeiter, denn die hatten einen vernünftigen Tarifvertrag, waren unbefristet beschäftigt und bekamen die selben Löhne wie die Festangestellten. War die Garantielohnkasse mal etwas klamm, wurde die Umlage erhöht, jedes Mitgliedsunternehmen ist verpflichtet die festgelegte Umlage zu zahlen, was bedeutet, der GHB ist erst dann Pleite wenn die Einzelunternehmen zahlungsunfähig sind. Das lief über Jahrzehnte gut und beide Seiten profitierten. Dieses Konstrukt war beschränkt auf den Hafenbereich. Mit der Agenda 2010 und der Aufweichung des Arbeitsüberlassung-Gesetz kam die Wende.

Warum soll sich der Unternehmer Heute noch einen solchen Verein leisten wenn es doch weitaus günstigere Alternativen gibt. Wurden damals die Hafenarbeiter in der Hafenfachschule ausgebildet werden dort heute prekäre, Arbeitslose und Gelegenheitsarbeiter ausgebildet. Dafür wurde ein Qualifizierungsprogramm entwickelt. Unter den Namen Hanse-Logistiker werden dort Arbeiter in 20 Wochen Kursen für die zukünftige Arbeit im Hafen bzw. der Logistik ausgebildet. 10 Wochen davon sind Betriebspraktika, in dem der Unternehmer die Arbeiter ausprobieren kann. Der Kurs zum Hanse-Logistiker ist qualitativ hochwertig und die Unternehmen können die Absolventen sofort nach Abschluss zu 100% einsetzen. Die Qualifikationen werden jetzt nicht mehr von den Einzelunternehmen bezahlt sondern von den Jobcentern. Beispielsweise lässt die BLG, Arbeiter über die Job AG(Personaldienstleister) für sich ausbilden. Heißt, wenn die Arbeiter ihren Abschluss als Hanse-Logistiker in der Tasche haben, werden sie auf Zeit bei der Job AG, zu deutlich schlechteren Bediengungen eingestellt und dann bei der BLG eingesetzt. Auch Firmen wie Tiemann, Stute usw. profitieren. Das läuft hier schon eine ganze Zeit in Bremen. Dadurch wird dem GHB die Grundlage genommen und nicht nur die GHB Kollegen/innen müssen Federn lassen.

Nur der reinen Hafenarbeiter hat noch besonderen Schutz.

Beim GHB soll der Distributionsbereich geschlossen werden. Betroffen sind dort jetzt noch ca. 450 Kollegen/innen. Vor ca. 5 Jahren arbeiteten in den Bereich noch ca. 1750 Kollegen/innen. Nur die Kollegen/innen, die als reine Hafenarbeiter eingestellt sind, sollen nicht betroffen sein.

Dieser Beitrag wurde unter Dienstleistung, Hafen / Logistik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.